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Eröffnung der eHaul-Wechselstation - Veranstaltungsbericht

Aktualisiert: 27. Nov. 2023

Am 23.11.2023 wurde mit der feierlichen Eröffnung der deutschland- und europaweit ersten, automatisierten Batteriewechselstation für schwere Nutzfahrzeuge der wichtigste Meilenstein im eHaul-Projekt erreicht. Mehr als 130 Teilnehmende aus Wirtschaft, Forschung und Politik machten sich bei stürmischem Wetter auf den Weg nach Lübbenau, um dort Vorträge und eine Podiumsdiskussion zur eHaul-Technologie und ihren Anwendungsperspektiven zu verfolgen, die Versuchsanlage zu besichtigen und natürlich eine Praxisdemonstration des Batteriewechsels mitzuerleben. Besonders erfreulich war, dass mit zahlreichen Unternehmen der Logistikbranche, mit Vertreter:innen fast aller großen, europäischen Nutzfahrzeughersteller, mit Akteur:innen der Energiewirtschaft und vielen weiteren, direkt oder indirekt mit der Batteriewechseltechnologie verbundenen Wirtschaftszweigen ein echtes Fachpublikum gewonnen werden konnte. Dank der überwältigenden Anwesenheitsquote wurde das im rustikalen Ambiente einer alten Industriehalle errichtete Festzelt restlos gefüllt – ein guter Start in die rund sechseinhalb-stündige Veranstaltung.

Nach der Begrüßungsrede von Konsortialführerin Prof. Dr. Stefanie Marker der Technischen Universität Berlin folgten zur Einstimmung in die Thematik die Keynotes von Herrn Michael Blohm vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, von Herrn Prof. Dr. Jörg Steinbach, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg, und von Herrn Markus Graebig der 50Hertz Transmission GmbH. Fokus gelegt wurde hier unter anderem auf die Chance, mit der Batteriewechseltechnologie die zusätzlichen Stromnetzbelastungen im Rahmen der Mobilitätswende zu minimieren.

Einen ersten Überblick über Motivation und Idee für das eHaul-Projekt, seine Inhalte und Ziele, über die beteiligten Akteure und ihre Verantwortlichkeiten sowie über den bisherigen Projektverlauf gab Projektleiter Dr.-Ing. Jens-Olav Jerratsch der Technischen Universität Berlin. Im Anschluss wurde der Fokus auf die im eHaul-Projekt entwickelte Technologie gelegt. René Markgraf und Björn Wiegmann, beide von der den Wechselstationsaufbau leitenden IBAR Systemtechnik GmbH, gaben eine Einführung in die Technik der Wechselstation und die dahinterstehende Software-Verwaltung.

Dann stand der Höhepunkt der Veranstaltung an: die Live-Demonstration des automatisierten Batteriewechsels an einer der beiden eHaul-Sattelzugmaschinen, begleitet und erläutert von Björn Wiegmann und Jens-Olav Jerratsch. Nach dem erfolgreichen Tausch der beiden, zusammen 440 kWh fassenden Batteriemodule in einer mit einem Diesel-Tankstopp vergleichbaren Zeit erläuterte Richard Kratzing vom Fraunhofer IVI das in den Fahrzeugen und in der Wechselstation installierte Monitoringsystem und gab Einblicke in die im Projektrahmen durchgeführte Batteriediagnose.



In der anschließenden Mittagspause konnte die Batteriewechselstation in geführten Gruppen besichtigt und die Technik aus der Nähe betrachtet werden. Das eHaul-Team stand dabei für Fragen und Antworten zur Verfügung.


Der Nachmittag stand im Zeichen der Anwendungspotenziale des Batteriewechsels. Oliver Kilian von der Technischen Universität Berlin stellte die Wirtschaftlichkeit des Batteriewechsels im Vergleich mit anderen, emissionsfreien Antriebsmethoden und dem Diesel dar. Carsten Trier von der Reinert Logistic GmbH erläuterte die Herausforderungen der Mobilitätswende für das Logistikgewerbe, und die Chancen, die der Batteriewechsel für deren Bewältigung bietet. Dr. Norman Spangenberg von der urban energy GmbH beleuchtete die netzdienlichen Potenziale des Batteriewechsels. Abschließend fasste Jens-Olav Jerratsch die Potenziale des Batteriewechsels zusammen, zeigte relevante Use Cases für Batteriewechselsysteme im Nutzfahrzeugsektor auf und zeichnete eine Vision der zukünftigen Entwicklung und Markteinführung der Technologie, inklusive bereits begonnener, nächster Schritte.


Zum Abschluss des Abends musste sich das eHaul-Projekt im Rahmen einer Podiumsdiskussion auch den Fragen externer Expertinnen und Experten stellen. Moderiert durch Frank Panse von der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO sprachen Dr. Götz von Esebeck von der TRATON GROUP, Dr. Valerie Bischof  von der 50Hertz Transmission GmbH, René Reinert von der Reinert Logistic GmbH, Florian Hacker vom Öko-Institut e.V. und eHaul-Projektleiter Dr. Jens-Olav Jerratsch über die Rolle von Batteriewechselsystemen als Baustein für die Mobilitäts- und Energiewende. Mit der folgenden Verabschiedung durch Prof. Dr. Stefanie Marker endete ein spannendes, aus Sicht der Veranstaltenden gelungenes und von sehr positiver Resonanz begleitetes Event.


Die wichtigsten Erkenntnisse des Tages

Den zentralen Erkenntnissen der Eröffnungsveranstaltung haben wir einen eigenen Artikel gewidmet, den Sie hier einsehen können. Im Folgenden finden Sie eine kurze Auflistung der wichtigsten Punkte:


  • Batteriewechsel bei schweren Nutzfahrzeugen funktioniert

  • Battery Swapping ist wirtschaftlich konkurrenzfähig zu Diesel und alternativen, emissionsfreien Energiebereitstellungsmethoden

  • Vorteile von Battery Swapping für die Anwendung:

    • hohe technische Reife und zeitnahe Verfügbarkeit

    • Beibehalt der größtmöglichen Flexibilität für Logistik-Unternehmen durch Standzeiten von wenigen Minuten Dauer

    • gegenüber Alternativtechnologien reduzierter Kapitalbedarf auf Seite der Logistik-Unternehmen

    • im Vergleich zu Alternativtechnologien deutlich geringere Anforderungen an den Netzanschluss (dadurch weniger Zusatzbelastung für das Stromnetz, zeitnaher, initialer Infrastrukturausbau ohne vorherige Netzertüchtigung, einfache Elektrifizierung von Logistik-Standorten mit begrenzten Anschlusskapazitäten)

    • Kompatibilität und Synergieeffekte mit dem Megawattladen

  • Insgesamt wurde mit dem Batteriewechsel ein weiterer, wichtiger Baustein für die Mobilitäts- und Energiewende gewonnen. Diesen richtig einzusetzen, ist Aufgabe der nächsten Jahre.


Danksagung

Die eHaul-Projektleitung bedankt sich bei allen Projektpartner:innen für das unermüdliche und visionäre Engagement im Projekt und natürlich für die große Unterstützung bei der Ausrichtung der Eröffnungsveranstaltung. Nur durch das interdisziplinäre Zusammenspiel und die individuelle Expertise aller beteiligten Akteure konnte eine derart komplexe Technologie in der Kürze der Zeit entwickelt werden. Besonderer Dank geht hier auch an das eHaul-Netzwerk aus assoziierten Partner:innen und externen Entwicklungspartnerschaften. Ohne die Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und die kompetente Betreuung durch den DLR Projektträger wäre das Projekt nicht durchführbar gewesen. Zu guter Letzt geht ein großes Dankeschön an alle Teilnehmenden der Eröffnungsveranstaltung, die durch ihre zahlreiche und interessierte Teilnahme für ein ganz besonderes Event gesorgt haben.


Wir würden uns freuen, wenn Sie den weiteren Projektverlauf und die darüber hinaus gehende Entwicklung der Batteriewechseltechnologie mit uns gemeinsam verfolgen. Über das Formularfeld in der Fußleiste können Sie mit uns in Kontakt treten, oder auch unseren Newsletter abonnieren und so stets über wichtige Neuigkeiten informiert bleiben. Die Zukunft wird spannend!

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